Baukindergeld: Kriterien, Antragsstellung, Förderzeitraum – alles was Sie dazu wissen müssen

 

Mit der Einführung des Baukindergeldes versucht die Große Koalition bzw. die aktuelle Regierung der Bundesrepublik Deutschland eines der zentralen Themen aus dem Bundestagswahlkampf 2017 anzugehen. Im Wahlkampf versprachen die einzelnen Parteien sich dem Problem steigender Mieten – vor allem in Ballungsgebieten – zu widmen. Das Baukindergeld ist ein Vehikel der aktuellen Bundesregierung, welches es dem Bundesbürger ermöglichen soll, einfacher an Wohneigentum zu gelangen, indem der Staat den Erwerb bzw. Bau von Immobilien in Eigennutzung durch den Erwerber finanziell unterstützt.

Das Wichtigste vorab:

Antragsberechtigte, denen die Förderung von Baukindergeld genehmigt wurde, erhalten je Kind über 10 Jahre hinweg einen Zuschuss in Höhe von 1.200 EURO je Jahr. Also bei einem Kind über 10 Jahre hinweg insgesamt 12.000 EURO, bei zwei Kindern insgesamt 24.000 Euro

Kriterien

Diese Kriterien müssen erfüllt sein um das Baukindergeld beantragen zu können:

  1.  Der Antragsteller muss Miteigentümer oder Eigentümer von selber genutztem Wohneigentum geworden sein, wobei hier dem Antragsteller laut Grundbucheintrag mindestens 50% der Immobilien gehören müssen.
  2. Der Antragsteller muss entweder selber noch kindergeldberechtigt sein oder mit der kindergeldberechtigten Person in einem Haushalt lebten bzw. muss im Haushalt mindestens ein Kind gemeldet sein, welches zum Zeitpunkt der Antragsstellung noch nicht volljährig ist.
  3. Es muss für den Haushalt mindestens eine Kindergeldberechtigung vorliegen.
  4. Die Kosten für den Erwerb der Immobilie müssen – ohne die anfallenden Nebenkosten – höher sein als das beantragte Baukindergeld.
  5. Für jedes Kind kann nur einmalig ein Antrag auf das Baukindergeld gestellt werden.
  6. Für jedes Kind erhält der Antragsteller nach der Bewilligung insgesamt 12.000,00 EURO an Förderung, welche im über 10 Jahre hinweg mit jährlich 1.200 EURO ausgezahlt werden.

Ansprüche auf das Baukindergeld gelten rückwirkend für alle Wohnungskäufe und Eigenheimbauten ab dem 1. Januar 2018. Bei Neubauten gilt der Zeitpunkt der Baugenehmigung.

Ein weiteres zu erfüllendes Kriterium ist die Höhe das Haushaltseinkommens. Der Anspruch auf das Baukindergeld kann nur erlangt werden, wenn das versteuerte Jahreshaushaltseinkommen bei maximal 75.000,00 EURO liegt, welches sich je angemeldetem Kind im Haushalt um 15.000,00 EURO erhöht, sprich:

  • bei einem Kind 90.000 EURO
  • bei 2 (zwei) Kinder 105.000 EURO
  • bei 3 (drei) Kindern 120.000 EURO
  • bei 4 (vier) Kindern 135.000 EURO

Aktuell gibt es keine Beschränkung bei der Anzahl der anrechenbaren Kinder

 

Weitere Antworten zu Fragen rund um das Baukindergeld versuchen wir Ihnen hier zu geben.

Anspruch & Antrag

Die Förderung ist grundsätzlich nur für die erste Immobilie möglich. Wenn Sie schon eine Immobilie besitzen (zu 100 Prozent oder in Teilen – egal ob geschenkt oder geerbt, also auch, wenn Sie mit anderen Personen im Grundbuch einer Immobilie stehen – verlieren Sie den Anspruch auf das Baukindergeld.

Der Zuschuss kann nur nach dem Einzug beantragt werden. Die Zuschüsse können Sie z.B. bei der KFW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) unter ausschließlich online beantragen. Den Antrag dazu finden sie unter https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/BAUKINDERGELD-(424)/.

Einkommensberechnung

Beim angesetzten Jahreshaushaltseinkommen werden die durchschnittlichen Einkünfte des zweiten und dritten Jahres vor (!) dem Eingang des Antrages angesetzt. Wenn Sie also den Antrag z.B. im Jahr 2019 stellen, dann werden bei einer Familie bzw. zwei Elternteilen die Einkünfte aus 2017 und 2016 addiert und durch zwei geteilt.

Wichtig hierbei: Es geht um das gesamte versteuerte Jahreseinkommen, also um Einnahmen aus Lohnzahlungen und Selbstständigkeit.

Sollten Ihre Einkünfte nach dem Antrag die besagten Grenzen überschreiten, so ist hier vorerst – unserer Meinung nach – noch keine Regelung vorgesehen. Die bisherigen Pläne sprechen dafür, dass das Baukindergeld dennoch über die vollen 10 (zehn) Jahre Laufzeit ausgezahlt wird.

Fristen

Ganz wichtig bei der Erlangung des Anspruchs auf das Baukindergeld sind die verschiedenen Fristen, welche der Gesetzgeber gesetzt hat. So müssen Kaufverträge spätestens bis Ende 2020 unterschrieben bzw. die Baugenehmigung erteilt worden sein. Es handelt sich beim Baukindergeld also um eine befristete Förderung und es ist derzeit fraglich, ob diese Förderung über den 31.12.2020 hinaus verlängert wird.

Aktuell muss der Antrag spätestens 3 (drei) Monate nach dem Einzug in die eigene Immobilie – hierbei gilt die amtliche Meldebestätigung – gestellt werden.

Für Eigennutzer bzw. Bauherren welchen einen Anspruch auf das Baukindergeld geltend machen wollen gilt: Förderanträge für den Zeitraum vom 1.Januar 2018 bis 31.12.2020 müssen bis zum 31.12.2023 gestellt werden. Danach ist eine Antragstellung aktuell (Stand 31.10.2018) nicht mehr möglich.

Änderungen

Wenn Sie die geförderte Immobilie nicht mehr nutzen, also z.B. ausziehen und diese vermieten oder verkaufen, wird die Zahlung des Baukindergeldes eingestellt. Was grundsätzlich im Falle der Änderungen von wichtigen Voraussetzungen für den Bezug auf das Baukindergeld passiert, können wir derzeit nicht beurteilen. Die Geburt eines weiteren Kindes während der Förderperiode trägt aber sehr wahrscheinlich nicht zu einer Erhöhung des Baukindergeldes bei.

Auszahlungsmodalitäten

Wichtig für die Auszahlungsmodalitäten bzgl. der Förderung ist, dass das Baukindergeld nicht sofort, sondern über 10 Jahre verteilt ausgezahlt wird. Es dient also vor allem dazu, die bestehende Finanzierung, den Kredit, zu tilgen. Lassen Sie sich auf jeden Fall unabhängig – z.B. von einer Verbraucherzentrale – beraten.

Anspruch & weitere Fördermittel

Prüfen Sie bitte Ihre Berechtigung bezüglich des Antrages auf das Baukindergeld ausführlich und intensiv.

Das Baukindergeld können Sie mit anderen öffentlichen Fördermitteln kombinieren. So führt z.B. die KFW auf Ihrer Webseite zu diesem Thema verschiedenen kombinierbare Förderprogramme auf.

Übrigens: Wer in Bayern wohnt, hat letztendlich noch mehr in der Geldbörse. Der Freistaat zahlt über 10 (zehn) Jahre hinweg noch einmal zusätzlich 300,00 EURO je Kind, sowie einmalig 10.000,00 EURO an Eigenheimzulage.

 

rechlichter Hinweis:

Dieser Text wurde nach intensiver Recherche durch den Autor verfasst und spiegelt den Wissensstand des Autors zum Zeitpunkt des 31.10.2018 wieder. Die hier aufgeführten Informationen sind keine Rechtsberatung und erfüllen auch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit oder Rechtssicherheit. Einzelne Inhalte können vom Autor falsch interpretiert worden sein, bzw. sich im Detail über die Zeit ändern. Die aktuellsten, aber rechtlich nicht abgesicherten, Informationen zum Baukindergeld finden Sie z.B. hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Baukindergeld

 

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Quelle: Disclaimer von anwalt.de

 

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